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Berlin

Wohnung kaufen oder mieten in Berlin: Was rechnet sich?

Ob Kaufen in Berlin besser ist als Mieten, hängt stark davon ab, welche Mietalternative realistisch ist: offene Marktmiete, günstiger Bestandsvertrag, Mietpreisbremse, Indexmiete oder Staffelmiete.

Kurze Antwort

Zuletzt aktualisiert: 23. Mai 2026. Die Beispielwerte werden mit derselben Methodik wie der Rechner berechnet.

Kaufen in Berlin kann sich rechnen, wenn der Kaufpreis zur realistischen Nettokaltmiete passt, die Haltedauer lang ist und genug Eigenkapital für Nebenkosten, Renovierung und mögliche Rücklagen vorhanden ist. Wer dagegen einen günstigen Bestandsvertrag hat, sollte den Kauf besonders kritisch rechnen.

Der wichtigste Punkt

Vergleiche in Berlin nicht eine beliebige Durchschnittsmiete mit einer konkreten Kaufwohnung. Entscheidend ist dein alternatives Mietmodell: offene Marktmiete, Bestandsmiete, Mietpreisbremse, Indexmiete oder Staffelmiete.

Kaufen wird eher stark, wenn

  • die Alternative eine hohe offene Marktmiete wäre
  • du lange in Berlin bleiben willst
  • der Kaufpreis zur Nettokaltmiete passt
  • genug Eigenkapital für Nebenkosten und Renovierung vorhanden ist

Mieten bleibt oft stark, wenn

  • du einen günstigen Bestandsvertrag hast
  • Index- oder Staffelmiete vertraglich moderat bleibt
  • du innerhalb von 10 bis 15 Jahren wieder umziehen könntest
  • der Kauf hohe Sanierung oder Sonderumlagen erwarten lässt

Warum Berlin ein eigener Fall ist

Berlin hat eine besonders große Spanne zwischen bestehenden Mietverhältnissen und Neu- oder Wiedervermietungen. Ein günstiger Altvertrag kann das Miet-Szenario jahrelang stärken, während eine hohe offene Marktmiete den Kaufvergleich deutlich anders aussehen lässt.

Auf der Kaufseite wirken 6,0 % Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, mögliche Maklerprovision, Finanzierung, Instandhaltung und Verkaufskosten. Bei Wohnungen kommen Hausgeld, Rücklage, WEG-Protokolle und mögliche Sonderumlagen als praktische Prüfungspunkte dazu.

Konkrete Beispielrechnungen für Berlin

Die folgenden Beispiele sind keine Preisprognosen für einzelne Bezirke. Sie zeigen, wie stark das Ergebnis kippt, wenn Mietmodell, Kaufpreis, Eigenkapital und Haltedauer verändert werden.

Annahmen der Beispielrechnungen

Alle Beispiele rechnen mit Berlin, einer Eigentumswohnung, 30 Jahren Kreditlaufzeit, 3,8 % Kreditzins, 5,0 % Rendite auf die Anlagealternative und 1,0 %Instandhaltung pro Jahr.

  • Kaufnebenkosten: 6,0 % Grunderwerbsteuer, zusammen 2,0 %Notar und Grundbuch sowie 3,6 %Käufer-Makleranteil im Maklerfall.
  • Mieten werden als Nettokaltmiete plus Betriebskosten modelliert. Betriebskosten steigen separat mit 2,5 %pro Jahr.

Offene Marktmiete: Kaufen gegen Neu- oder Wiedervermietung

Vergleich einer Berliner Eigentumswohnung mit einer privaten Neu- oder Wiedervermietung.

Kaufpreis
520.000 €
Nettokaltmiete
1.450 € + 260 € BK
Eigenkapital
150.000 €
Mietmodell
rateTable

Kaufen vorne

118.213 € Unterschied nach 20 Jahren.

Break-even

Jahr 14

  • Kreditrate: 1.724 € pro Monat
  • Nebenkosten beim Kauf: 60.164 €
  • Mietanstieg: 4,3 % p.a.
  • Wertentwicklung: 3,5 % p.a.

Wenn die Alternative eine hohe offene Marktmiete ist, kann Kaufen trotz Nebenkosten deutlich näher an den Break-even rücken.

Bestandsmiete: günstiger Vertrag als Mietvorteil

Vergleich gegen eine niedrigere bestehende Nettokaltmiete mit Mietspiegel-/Bestandslogik.

Kaufpreis
500.000 €
Nettokaltmiete
980 € + 230 € BK
Eigenkapital
140.000 €
Mietmodell
bestandCap

Mieten vorne

203.203 € Unterschied nach 20 Jahren.

Break-even

kein Break-even im Zeitraum

  • Kreditrate: 1.677 € pro Monat
  • Nebenkosten beim Kauf: 57.850 €
  • Mietanstieg: 3,1 % p.a.
  • Wertentwicklung: 3,5 % p.a.

Eine günstige Bestandsmiete ist in Berlin oft der stärkste Grund, den Kauf sehr kritisch zu prüfen.

Mietpreisbremse-Szenario: Vergleichsmiete begrenzt Startmiete

Die gewünschte Wohnung wird mit einer höheren Angebotsmiete gesucht, aber der Rechner deckelt den Startwert vereinfacht bei 110 % der Vergleichsmiete.

Kaufpreis
560.000 €
Nettokaltmiete
1.650 € + 280 € BK
Eigenkapital
160.000 €
Mietmodell
mietpreisbremse

Kaufen vorne

63.882 € Unterschied nach 20 Jahren.

Break-even

Jahr 17

  • Kreditrate: 1.864 € pro Monat
  • Nebenkosten beim Kauf: 64.792 €
  • Mietanstieg: 4,3 % p.a.
  • Wertentwicklung: 3,5 % p.a.

Die Mietpreisbremse kann das Miet-Szenario stärken, ist aber ohne konkrete Adresse und Mietspiegelwerte nur als Szenario sinnvoll.

Kurze Haltedauer: 10 Jahre in Berlin

Gleiche Grundannahmen wie im Marktmiet-Szenario, aber mit kürzerem Zeithorizont.

Kaufpreis
520.000 €
Nettokaltmiete
1.450 € + 260 € BK
Eigenkapital
150.000 €
Mietmodell
rateTable

Mieten vorne

42.731 € Unterschied nach 10 Jahren.

Break-even

kein Break-even im Zeitraum

  • Kreditrate: 1.724 € pro Monat
  • Nebenkosten beim Kauf: 60.164 €
  • Mietanstieg: 4,3 % p.a.
  • Wertentwicklung: 3,5 % p.a.

Bei kurzer Haltedauer lasten Grunderwerbsteuer, Makler, Notar, Grundbuch und Verkaufskosten stärker auf dem Kauf.

Mit Berliner Annahmen rechnen

Typische Denkfehler

  • Kaltmiete, Warmmiete und Betriebskosten werden vermischt.
  • Ein günstiger Bestandsvertrag wird mit einer offenen Marktmiete ersetzt.
  • Grunderwerbsteuer, Makler, Notar und Grundbuch werden beim Kauf unterschätzt.
  • Hausgeld, Rücklage, Sonderumlagen und WEG-Unterlagen werden zu spät geprüft.
  • Der spätere Verkauf wird ignoriert, obwohl Verkaufskosten und § 23 EStG relevant sein können.

Die genaue Rechenlogik steht in der Methodik. Für die Kaufseite lohnt sich zusätzlich der Überblick zu Kaufnebenkosten in Deutschland.

Quellen und Einordnung

Die Quellen erklären die rechtlichen Rahmenpunkte. Der Rechner ersetzt keine Mietspiegelprüfung, Finanzierungsberatung oder Steuerberatung.

Häufige Fragen

Lohnt sich Kaufen in Berlin 2026?

Das hängt vom konkreten Objekt und deiner Mietalternative ab. Kaufen wird eher attraktiv, wenn die Alternative eine hohe Marktmiete ist, der Kaufpreis passt und du lange genug hältst.

Soll ich in Berlin mit Kaltmiete oder Warmmiete rechnen?

Für Deutschland ist Nettokaltmiete plus separate Betriebskosten sauberer. Der Rechner modelliert Betriebskosten deshalb getrennt.

Wie wirkt die Mietpreisbremse im Rechner?

Sie wird vereinfacht als Szenario modelliert: Die Startmiete wird auf 110 % der eingegebenen Vergleichsmiete begrenzt, sofern keine Neubau- oder Modernisierungsausnahme gesetzt ist.

Warum ist eine Bestandsmiete so wichtig?

Eine günstige Bestandsmiete kann das Miet-Szenario lange stärken, weil die Alternative zum Kauf dann nicht die offene Marktmiete ist.

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